Gewitter von oben – Sturzbäche im Keller?

Sie können es verhindern

Wenn es Sommer wird in Norddeutschland, ist das nächste Gewitter meist nicht mehr weit entfernt. Warum ist das so? Die heiße Luft nimmt viel mehr Feuchtigkeit auf, als die kühle Luft. Über mehrere Tage saugt sie sich bis zur Sättigung voll, trocknet die Natur förmlich aus und bildet große Cumulus-Wolken. Die kleinen „Schäfchen“ am Himmel wachsen dann zu imposanten Wasserdampf-Bergen heran. Dann dauert es meist nicht lange bis die nächste Kaltfront über den Atlantik huscht und unsere Luftmassen abkühlt. Die kalte Luft kann das Wasser nicht mehr halten und sintflutartige Regenfälle rauschen auf uns hinab.

Sommermonate sind daher Regenmonate und oft verantwortlich für nasse Keller

Der Juni und der Juli liegen mit ihren hohen Niederschlägen sogar über dem Niveau des Novembers. Dachrinnen und Regentonnen laufen über. Die ausgetrockneten Böden nehmen das Regenwasser nicht mehr so schnell auf und leiten es oberflächlich ab. So läuft die „Flut“ in die nächst gelegene Senke – und manchmal ist das eben Ihr eigener Keller. Besser Sie treffen jetzt noch ein paar einfache Vorsorgemaßnahmen.

Vorsorgen statt pumpen

Auf dem Dach: Beobachten Sie die möglichen Wege des Wassers und kontrollieren Sie an einem trockenen Tage, ob diese Wege frei sind und auch dorthin führen, wohin Sie es wollen. Das Regenwasser von Ihrem Dach wird zunächst in die Dachrinnen gelangen. Damit sie aufnahmefähig sind, sollten Sie diese jetzt von Laub und Moosen befreien. Dort lagern oft viele Eimer voll modrigen Matsches, der im weiteren Verlauf die Fallrohre verstopfen wird – oder bereits hat? Nach der Reinigung schützen Sie die Rinnen mit Rinnenraupen (siehe Empfehlungen unten) vor einem erneutem Laubbefall. 

Defekte Dachrinnen sollten Sie austauschen oder mit Hilfe eines Alu-Reparaturbandes und einer Wasser-Stop-Paste reparieren. Diese Pasten haften sogar auf nassen Untergründen und können auch für undichte Ecken und Kanten am Flachdach verwendet werden. Undichte Stöße zwischen den Rinnen können Sie mit „Sofort-Dicht“ aus der Kartusche beheben.

Am Boden: Der einfachste Zugang des Wassers zu Ihrem Keller sind die Außentreppen und Ihre Kellerfenster. Oft läuft das Wasser einfach die Stufen herab und flutet dann Ihren Kellereingang. Simpler Trick: Mauern Sie eine dauerhafte Steinreihe als Damm mit Zementmörtel vor Ihrem Treppen-Niedergang auf, dann läuft das Wasser zukünftig daran vorbei.

Häufig machen die Kellerfenster an der Wetterseite Feuchtigkeits-Probleme. Die Lichtschächte laufen dann voll und das Wasser quillt durch die Fenster nach innen. Fangen Sie auch hier immer „oben“ an, so wie das Wasser seinen Weg sucht. Mit einer ACO-Lichtschachtabdeckung aus Sicherheitsglas schützen Sie die Lichtschächte vor dem Schlagregen. Der Boden links und rechts des Lichtschachtes sollte wasseraufnahmefähig sein (z.B. durch Kiesel), damit das abgeleitete Wasser nicht wiederum seitlich in den Schacht zurückläuft.

Zu spät?

Das Wasser plätschert schon durch Ihr Untergeschoss? Dann hilft nur noch das Pumpen und Trocknen.

Fragen Sie nach einer Tauchpumpe, mit einem möglichst flachen Ansaugbereich. Es ist nämlich ein riesiger Unterschied, ob Sie bis auf 1 mm Wasserstand herabpumpen können oder nur bis auf 1 cm. Dazwischen liegen oft mehrere Tausend Liter Wasser! Einige Geräte verfügen auch über einen Auto-Start und -Stop, falls das Wasser noch einmal wiederkommt.

Nach dem Pumpen müssen Sie den Keller trocknen, sonst schimmelt´s! Die Wände sind nach einem Wassereinbruch oft nass und geben dann über Monate hinweg ihre Feuchtigkeit ab. Für diesen Zweck empfehlen wir Ihnen unbedingt einen mobilen Luftentfeuchter, dann haben Sie nach einer Woche wahrscheinlich alles wieder trocken. Sie werden mit dem elektrischen Luftentfeuchter sicherlich jeden Tag einen Eimer Wasser aus ihrer Kellerluft ziehen können!

Sicherheitshinweis: Unsere Tipps helfen Ihnen bei der Entscheidungsfindung, ersetzen aber keine kwp-Fachberatung. Unser Wissen ist sehr viel größer und viele Maßnahmen hängen von ihren individuellen Gegebenheiten ab. Kommen Sie bitte persönlich vorbei, wir beraten Sie immer gerne von Angesicht zu Angesicht.